PROJEKT
Utopisches Erinnern
seit 2022
Recherche und Erinnerungsarbeit zum Thema Gruppe Eva Mamlok als fortlaufendes Modell des Utopischen Erinnerns.
Das Prinzip des Utopischen Erinnerns prägt die Recherche, die Erinnerungs- und Vermittlungsarbeit zur Gruppe Eva Mamlok.
Im Zentrum steht das Erforschen des Widerstands dieser jungen Frauen in der Zeit des Nationalsozialismus, ihre Geschichte zu erzählen, Daten und Fakten in Archiven aufzufinden und aus diesen ein Narrativ zu entwickeln, das in unterschiedlichen Formaten der Bildungs- und Erinnerungsarbeit wirksam werden kann.
Was im Projekt Galerie Auslage mit ersten Recherchen und Präsentationen in diversen künstlerischen Formaten begann, entwickelte sich zu einer kontinuierlichen Zusammenarbeit innerhalb einer Forschungsgruppe.
Im Sommer 2024 realisierten wir die Ausstellung Widerstandsgeschichten, Gruppe Eva Mamlok im FXHB Museum. Was zahlreiche Akteur*innen inspirierte, eigene politische Erinnerungsprojekte rund um die Person Eva Mamlok zu entwickeln.
So wird 2025 im Rahmen der Reihe Frauen im Widerstand eine Briefmarke veröffentlicht werden, die an Eva Mamlok erinnert. Der Lesesaal der Rosa-Luxemburg-Stiftung trägt nun ihren Namen. Eine Initiative setzte den Prozess in Gang, den Blücherplatz in Eva-Mamlok-Platz umzubenennen – was 2026 geschehen wird.
Parallel entsteht ein Buchprojekt im Verbrecher Verlag.
Und ein Projekt begann, den Widerstand der Gruppe um Eva Mamlok mit anderen politischen Kämpfen in Bezug zu setzen, die sich um den noch Blücherplatz / bald Eva-Mamlok Platz verorten lassen. So wird dem Prinzip des Utopischen Erinnerns eine intersektionale Dimension gegeben: eine Erinnerung, die verschiedene Kämpfe um Emanzipation und Solidarität miteinander verbindet und im Stadtraum sichtbar macht.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, gezielt Jugendliche mittels kultureller Bildungsarbeit über unterschiedliche, vor allem auch digitale Medien mit dem Thema bekannt zu machen, so dass sie sich selbst Zugänge erarbeiten können. Heißt: Interesse wecken, zu Recherchen ermutigen, so dass sie Verbindungslinien entdecken und daraus eigene Schlüsse ziehen können.
Utopisches Erinnern bedeutet zum einen, an eine widerständige Vergangenheit zu erinnern und ihre Geschichten immer wieder neu zu erzählen; zum anderen aber auch, Erinnerung als politische Praxis in die Zukunft zu denken – als Grundlage für Demokratie und demokratisches Handeln in unserer Gesellschaft.